Yoga & Gesundheit: Kennst du dein inneres Frühwarnsystem?

Kennst du dein inneres Frühwarnsystem, welches dich darin unterstützt körperlich, mental und emotional gesund zu bleiben?

 

Bevor ich dir mehr dazu erzähle, möchte ich dir zunächst einige Fragen stellen: Was tust du, wenn an deinem Auto eines der roten Warnlämpchen aufblinkt? Ignorierst du diese Warnsignale? Oder wirst du umgehend etwas unternehmen, weil du genau weißt was passieren wird, wenn du dies nicht tust?

 

Und wie sieht das aus mit deiner wichtigsten ‚Maschine‘? Du weißt, was ich meine? Genau, deinem Körper, welcher ein wahres Wunderwerk an Harmonie, Präzision und Schönheit ist.

 

Ebenso wie unser Auto können wir unseren Körper benutzen, ohne uns darüber Gedanken machen zu müssen. Während dessen wir unser Leben leben, arbeiten, schlafen, denken, lesen, essen, uns unterhalten, amüsieren, Sport  treiben etc. laufen im ‚Hintergrund‘ eine Vielzahl komplexer Vorgänge ab, die dafür sorgen, dass alles in unserem Körper sich vollkommen eigenständig und unabhängig  organisiert - so dass wir gern vergessen, dass unsere Körper eigentlich keine Maschine ist.

 

Unser Körper und Geist senden uns ebenfalls Warnsignale.

 

Achten wir diese mit genau der gleichen Sorgfalt, wie wir dies mit den Warnsignalen unseres Autos tun würden? Und wenn nicht, woran liegt das?

 

Dass wir keine Anzeige besitzen, in der schwarz auf weiß steht ‚Akku fast leer‘? Dass wir mit unserer Geburt keine Gebrauchsanweisung für den Umgang mit dem Körper bekommen haben? Dass unser Körper vieles wegstecken und verzeihen und wenn‘s drauf an kommt ziemlich robust sein kann? Dass wir uns an vieles gewöhnen können, selbst an Dauermüdigkeit, Erschöpfung, häufige Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, Schlafprobleme, Verspannungen etc.?

 

Unser Körper-Geist-System ist ein großartiger Wächter, der uns über Empfindungen und Symptome darauf hinweist, wenn uns etwas zu viel wird bzw. wenn etwas in ein Ungleichgewicht gerät. Doch schenken wir Ihnen Achtung, unseren Empfindungen? Und um welche Empfindungen handelt es sich genau?

 

Auch da ist unser Körper-Geist-System ein echtes Meisterwerk.

 

Er hat nämlich gleich mehrere Warnstufen eingebaut, die alle dafür da sind, die Vorwarnzeit, also die Zeit zwischen der Erkenntnis, dass ein Schaden eintreten wird und dem tatsächlichen Zeitpunkt einer Erkrankung zu nutzen, um Maßnahmen zur Vermeidung einzuleiten.

Auf der körperlichen Ebene sind es Warnsignale wie Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Verspannungen etc., über die der Körper uns bittet, etwas im Umgang mit uns selbst zu verändern.

 

Auf der mentalen Ebene können und innere Unruhe, Reizbarkeit, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen darauf aufmerksam machen.

 

Auf der emotionalen Ebene sind es vermehrt auftretende Emotionen wie  Angst, Wut oder Traurigkeit.

 

Und auch in unserem Verhalten spiegelt sich wider, wenn etwas in uns Alarm schlägt: wir verfallen dann leicht in Vermeidungs-, Flucht- oder Verteidigung- und Kampfstrategien.

 

Denn dies sind einige der Warnsignale über die das innere Frühwarnsystem unseres Körpers uns mitteilt, dass es ander Zeit ist, für Ausgleich, Regeneration und Veränderung zu sorgen -

 

Warnsignale, die in der Hektik der Alltags leicht untergehen oder manchmal konträr zu unseren Plänen und Vorhaben sind, so dass wir sie schon mal ignorieren.

Um die eigene physische und psychische Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu erhalten, ist es jedoch essentiell wichtig, sein inneres Frühwarnsystem gut wahrzunehmen und zu achten.

 

Und damit wären wir beim Yoga angelangt. Denn Yoga ist die ‚Königsdisziplin‘ des An- und Innehaltens, über die wir uns bewusst entschleunigen, unsere Aufmerksamkeit  nach innen lenken, mental zur Ruhe kommen und die Zusammenhänge erkennen können, die zwischen unserem Wohlbefinden und unserer Lebensweise bestehen.

 

Yoga verbessert deutlich die Wahrnehmung für uns selbst und damit für unser inneres Frühwarnsystem.

 

Aufgrund seiner psycho-physischen Wirkung kann Yoga sowohl unser körperliches Gleichgewicht wieder hergestellt werden, positiven Einfluss auf Muskeln und Faszien, Körperfunktionen und Organe nehmen, ebenso wie auf den Geist und unsere emotionale Verfassung.

 

Grund dafür ist u.a. die Wirkung von Yoga auf das vegetative Nervensystem, welches auch als ‚Schnittstelle‘ zwischen Körper und Psyche bezeichnet werden kann.

Über dieses werden 99% unserer Organe und Körperfunktionen, wie der Herzschlag, der Blutdruck, die Hormonausschüttung etc. gesteuert. Da das vegetative Nervensystem autonom arbeitet, können wir es nicht direkt sondern nur indirekt beeinflussen.

 

Das heißt, dass wir unserem Körper keine Kommandos erteilen können: Wir können den Blutdruck nicht auffordern ein wenig zu sinken‘. Wir können das Herz nicht bitten, weniger schnell oder unregelmäßig zu schlagen. Wir können Magen oder Darm nicht befehlen, weniger empfindlich oder reizbar zu sein. Und leider reagiert auch der Hypothalamus im Gehirn nicht auf die direkte Anweisung, er möge bitte etwas weniger Ausschüttung von Stresshormonen veranlassen.

 

Doch das Gute ist: auf all diese Vorgänge können wir indirekt Einfluss nehmen – über gezielte Yogatechniken und die Achtsamkeit auf Körper und Atem.

 

Yoga lehrt uns die Aufmerksamkeit auf das Jetzt zu lenken - und damit auch uns selbst Achtung zu schenken.

 

Dem Körper das an Bewegung, Entspannung und gesunder Nahrung zu geben, was er braucht um gesund zu bleiben. Unsere Gefühle und Bedürfnisse zu achten, ohne diesen ausgeliefert zu sein oder uns von ihnen bestimmen zu lassen. In einer Weise mit uns selbst umzugehen, die von Achtung und Respekt, von Annahme und Mitgefühl, von Achtsamkeit und Selbstverantwortung  geprägt.

 

Denn jeder Menschen ist es wert gesund, kraftvoll und glücklich zu sein!

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