Warum das richtige Aktivieren des Beckenbodens so wichtig ist

 

Vor einigen Jahren habe ich in meiner Ausbildung 'Heil Yoga®Yoga bei Beschwerden' bei Maria Dieste die Grundlagen für die Arbeit mit dem Beckenboden kennen und schätzen gelernt. Zur damaligen Zeit hatte ich selbst einige sehr schmerzhafte Beschwerden im Iliosakralgelenk und von Maria erfahren, welche Bedeutung die tiefe Beckenbodenschicht für die Verbesserung dieser Beschwerden hat. Wie geschwächt und mir unbewusst mein Beckenboden zur damaligen Zeit war, habe ich erst gemerkt, als ich begonnen habe, meinen Beckenboden bewusst wahrzunehmen. Die Wirkungen dieser Übungen haben mich so beeindruckt, dass ich selbst begonnen habe, über meinen Arbeit im Yoga Menschen und vor allem Frauen zu vermitteln, wie sie ihren Beckenboden ganz gezielt stärken und im Yoga und im Alltag einsetzen können.

Im Laufe dieser Arbeit und der intensiven Beschäftigung ist irgendwann mein Übungsprogramm 'Yoga für einen starken & entspannten Beckenboden' entstanden, welches sowohl Beckenboden- als auch Ganzkörpertraining ist. Und ich erlebe - leider - immer wieder, dass Frauen zu mir kommen, die bereits ein Beckenbodentraining absolviert haben und dass sie trotz dieses Trainings nicht wirklich wissen, wie sie ihren Beckenboden richtig aktivieren und einsetzen können. Dass sie mir davon berichten, den Beckenboden 'irgendwie nach innen und oben zu ziehen' oder sich vorzustellen, 'etwas aufzusaugen'.

Vorstellungen und Bilder können hilfreich und unterstützend sein, aber dies allein genügt nicht, um den Beckenboden funktionstüchtig werden zu lassen und die gewünschten, erforderlichen und möglichen Erfolge zu erzielen.

Und so lege ich in meinem Beckenbodentraining viel Wert darauf, sehr genau zu arbeiten, so dass die TeilnehmerInnen wirklich konkret erfahren, wie sie
gezielt die tiefe und stabilsierende Beckenbodenschicht und damit den ganzen Beckenboden einsetzen können.

Wenn der Beckenboden nicht als Einheit, mit allen 3 Schichten, aktiviert wird - sondern wie es oft der Fall ist nur der vordere Teil und damit die äußere oder mittlere Schicht des Beckenbodens - dann führt dies dazu, dass nicht nur die erhoffte Stabilität ausbleibt, sondern es sogar zu einer überanstrengten und verkrampften Beckenbodenmuskulatur kommen kann, was ebenso wie ein geschwächter Beckenboden eine Vielzahl an Beschwerden mit sich bringt.

Zu lernen, die tiefe, stabilisierende Schicht und damit den Beckenbodens als Einheit in unterschiedlichen Körperübungen einzusetzen ist 'der Schlüssel', um diese Beschwerden zu verbessern und eine kraftvolle Körpermitte entstehen zu lassen. Und es ist mir immer wieder eine große Freude, wenn meine Teilnehmerinnen in meinen Kursen und Workshops eine Vielzahl an 'Aha-Effekten' in Bezug auf ihren Beckenboden erleben und sie diesen so wichtigen Bereich ihres Körpers ganz neu entdecken und spüren lernen. Oder wenn sie mir nach einiger Zeit des Übens davon berichten, dass ihre Beschwerden mit dem unteren Rücken oder Beschwerden wie Inkontinenz oder beginnende Organsenkungen sich verbessert haben. Dass sie tiefer und freier atmen können, die Aufrichtung des Beckens und der Wirbelsäule, die ganze Körperhaltung und ihr Gang sich positiv verändert.

In zahlreichen und sehr persönlichen Gesprächen, haben mich Teilnehmerinnen erfahren lassen, mit welchem Leidensdruck, Unsicherheit und oftmals auch einem Verlust ihrer weiblichen Würde es verbunden ist, wenn sich Probleme wie Inkontinenz einstellen oder es zu einer Absenkung von Beckenorganen kommt. Und die gute Nachricht ist, dass es wirklich einfach ist, dies zu verhindern oder in vielen Fällen zu verbessern, indem man/frau frühzeitig mit gezielten Übungen beginnt.

Wir können uns selbst die Möglichkeit schenken, uns kraftvoll, sicher und stabil in unserem eigenen Körper zu fühlen und mit mehr Leichtigkeit und Energie, Schwung und Eleganz, Aufrichtung und weiblicher Würde durch Leben zu gehen.

Im Yoga und in der traditionellen chinesischen Medizin kommt dem Beckenboden schon immer eine bedeutende Rolle zu. Dort ist er
bekannt als wertvolle Kraftquelle und 'Tor der Lebensenergie'. Und auch in Bezug auf Sinnlichkeit und eine erfüllte Sexualität spielt er eine wichtige Rolle. Die Beschäftigung mit dem eigenen Beckenboden ist eine sehr tief gehende Erfahrung, die am Anfang eine gewisse Aufmerksamkeit, Übung und Disziplin erfordert.

Doch diese Investition lohnt sich, denn mit der Zeit nimmst du
deinen eigenen Körper und damit auch deine Bedürfnisse wesentlich achtsamer und subtiler wahr und der Beckenboden lernt wieder die ihm ursprünglich angedachte Aufgabe zu übernehmen: wie von selbst in allen Lebenlagen kraftvoll und stabil gegenzuhalten und gleichzeitig weich loslassen zu können.

 

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