Sehnst Du Dich manchmal danach auszusteigen?

 

Sehnst Du dich manchmal danach auszusteigen, aus dem Hamsterrad des Alltags? Einfach aufzuatmen, zur Ruhe zu kommen und glücklich zu sein?

 

In diesem Beitrag möchte ich Dir ein wenig mehr erzählen, über diese Sehnsucht unserer Seele, die so alt ist wie die Menschheit selbst und hochaktuell zugleich. In der Yogaphilosophie sind Theorie und Praxis untrennbar miteinander verbunden. Wenn Du also Yoga praktizierst, wirst Du über Deine Erfahrungen diese Theorie besser verstehen können – und die Theorie kann Dir helfen, noch mehr den Sinn der Yogapraxis erkennen zu können.

 

Fangen wir also an: In der Katha Upanishad, einer berühmten Schrift der indischen Philosophie, wird unser Leben mit einer Fahrt in einem Pferdewagen gleichgesetzt. Der Wagen steht für den Körper. Die Pferde repräsentieren unsere Sinnesorgane (Augen, Ohren, Nase, etc.). Der Kutscher ist unser Verstand, unser Denken. Und der Reisende im Wagen ist die Seele.

 

Mit unserer Geburt steigt die Seele also in den Wagen ein – und dann beginnt die Fahrt. Dabei nimmt unser Verstand, der Kutscher, die Zügel in die Hand. Er bestimmt die Richtung, entscheidet, wohin die Fahrt geht, welche Wege wir einschlagen, mit welchem Tempo wir unterwegs sind und auf welche Weise wir Hindernisse überwinden.

 

Dem Kutscher, unserem Verstand, kommt also eine wichtige Bedeutung zu: hat er die Zügel nicht fest genug in der Hand, sind wir zügellos unterwegs, kann es gut möglich sein, dass unsere Sinne, die Pferde, mit uns durchgehen.

 

Je schneller außerdem das Reisetempo ist, das unser Verstand wählt, umso schneller kommen wir auf unserer Reise, im Leben voran. Doch auf Dauer leidet der Reisende, unsere Seele, unter diesem rasanten Tempo und der damit verbundenen Unruhe, die unser Denken, unsere Sinne und die motorische Aktivität des Körpers erzeugen. Die Seele sehnt sich danach, an- und innezuhalten, damit der Körper, die Sinne und unser Denken zur Ruhe kommen und sie aus ihrer unglücklichen Lage befreit wird.

 

Genau das ist das Bestreben der Yogapraxis: den Wagen anzuhalten. Damit die/der Reisende aussteigen und sich verbinden kann mit ihrer/seiner wahren Essenz, der wir Qualitäten wie Heiterkeit, Freude und mentale Freiheit zuordnen können.

 

Wie erlebst Du für Dich die Fahrt und das Tempo Deines Lebens? Was hilft Dir Dich zu entschleunigen und zur Ruhe zu kommen? Worüber findest Du zu Dir selbst? Zu Gefühlen von Heiterkeit, Freude und Freiheit?

 

Herzlichst, Deine Heike Razaq