Keine Angst vor Stress

 

 

Um Stress bewältigen zu können, ist es wichtig, ihn zu verstehen und bewusst wahrzunehmen, was dabei in uns geschieht.

 

Stress führt zu komplexen biologischen Abläufen in unserem Hormonsystem. Diese haben körperliche Reaktionen zur Folge und versetzen uns die uns zunächst in einen Zustand erhöhter Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit. Auf Dauer bedeutet Stress jedoch einen enormen Kraftaufwand für Körper, Geist und Seele und kann unter bestimmten Umständen krank machen.

 

Unsere Stressreaktion stammt noch aus frühen evolutionären Zeiten, in denen wir unser Leben vor wilden Tieren und anderen lebensbedrohlichen Gefahren schützen mussten. In unserer modernen westlichen Gesellschaft sind die Gefahren, von denen wir uns bedroht fühlen andere. Wir erleben Stress, wenn unser Selbstwertgefühl bedroht ist oder wenn wir Angst haben, zu versagen. Wenn unser Leben dabei ist, sich aus unserer gewohnten Komfortzone in eine neue Richtung zu bewegen oder ganz oft auch einfach dann, wenn etwas nicht so läuft, wie wir es gerne möchten. Stressreaktionen laufen sogar dann ab, wenn Stress nur vorgestellt ist, z.B. wenn wir nachts grübelnd im Bett liegen und uns über etwas Sorgen machen.

 

Ein weiterer Unterschied zu unseren Vorfahren ist die Vielzahl der Stressreaktionen, mit denen wir im Alltag leben. Stress scheint an jeder Ecke zu lauern und kann leider nicht komplett vermieden werden. Das macht es umso erforderlicher, dass wir lernen mit Stress und erhöhten Anforderungen umzugehen - auf eine Weise, über die uns gesund und kraftvoll bleiben lässt.


Achtsamkeit für einen gesünderen Umgang mit Stress

 

Stressreaktionen äußeren sich über ganz normale Empfindungen in unserem Körper. Empfindungen, die wir als beängstigend oder überwältigend erleben können, solange wir diese nicht bewusst wahrnehmen. Über den Weg der Achtsamkeit können wie lernen, uns der körperlichen Reaktionen bewusster zu werden und diesen mit neutraler Gelassenheit entgegen zu treten.

 

Eine solche Herangehensweise befähigt uns, unsere körperlichen Stressreaktionen zu verstehen, uns von Stressreaktionen nicht überwältigt zu fühlen und in entsprechenden Situation mit diesen leichter umgehen zu können. Damit dies jedoch in alltäglichen Situationen gelingt, braucht es eines: eine regelmäßige Übung, die zunächst unter fachkundiger und persönlicher Anleitung stattfinden sollte.

 

Sobald wir diese völlig normalen und natürlichen Stressreaktionen in uns wahrnehmen und diese verstehen, können wir die Angst vor Stress verlieren und erleben, wie wir Stressreaktionen leichter handhaben können. Über den Button 'Stressbewältigung durch Achtsamkeit' weiter unten erfahren Sie noch mehr dazu.

 

Stress an sich ist nicht schlecht

 

In Zeiten besonderer Herausforderungen, wie denen einer Prüfung, kann Stress kann sogar 'beflügelnd'  wirken. Stress erhöht kurzfristig unsere Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit und bewirkt einen Energieschub, der durchaus nützlich sein kann. Machen uns diese Reaktionen Angst oder kommt die Angst hinzu, in der Prüfung zu versagen, können wir uns in der gleichen Situation wie gelähmt fühlen. Wie wir Stress erleben hängt auch von unserem Gefühl ab, ob wir uns der Herausforderung gewachsen fühlen und diese bewältigen können.


Herausforderung oder Belastung?

 

Grundsätzlich brauchen wir Menschen Anforderungen und Herausforderungen. Sie schenken uns Wachheit und Präsenz und ermöglichen uns langfristig gesehen Wachstum und Entwicklung. Herausforderungen halten uns gesund, empfinden wir sie jedoch als Belastungen, können sie krank machen.

 

Wie wir Stress empfinden und erleben ist subjektiv: was für den einen eine willkommende Abwechslung, wie der Umzug in eine andere Stadt, ist für den anderen niederdrückende Belastung. Ganz entscheidend daran beteiligt, wie Stress sich auf uns auswirkt und in welche Richtung er uns führt, ob in Richtung Gesundheit oder Krankheit, sind unsere Einstellungen - die innere Haltung, mit der wir durchs Leben gehen.

Auf die Haltung kommt es an

 

Wenn das Leben mit Stress und Belastungen verbunden ist, ist es eine konstruktive und bejahende Lebenshaltung, die uns diese Zeiten leichter bewältigen und uns zugleich gesünder, glücklicher und zufriedener bleiben lassen. Unsere innere Haltung entscheidet darüber, wie wir Stress erleben und bewältigen und ob Stress uns schadet oder nicht.

 

Lesen Sie mehr dazu unter ... langfristige Strategien bei Stress