Langfristige Strategien bei Stress

 

Wenn Stress und erhöhte Anforderungen fester Bestandteil des eigenen Lebens sind, dann braucht es mehr als ein paar Entspannungsübungen. Ein gutes inneres Rüstzeug, mit dem wir gestärkt und mit mehr Leichtigkeit durchs Leben gehen. Mit den folgenden 3 Langzeitstrategien sind Sie gut gerüstet:


 

1. Anspannung & Entspannung


Es gibt ein einfaches Prinzip, nach dem unser Körper funktioniert und gesund bleiben kann - Anspannung und Enstpannung müssen sich abwechseln!

 

Sie lassen Ihren Motor auf Hochtouren laufen und haben keine Zeit zum Abbremsen? Wer nur mit Vollgas durch sein Leben rast, die Bedürfnisse seines Körpers ignoriert oder dauerhaft übergeht, riskiert, dass sein natürlichen Stressbremsen außer Kraft gesetzt und der Körper die Fähigkeit zur Entspannung und Selbstregulation verliert.

 

Was wir in der Yogapraxis anwenden, ist auch im Alltag für uns gesund -  auf Anspannung sollte Entspannung folgen, denn wer 100% leisten möchte, sollte auch zu 100% wieder auftanken.

 


 

2. Achtsamkeit & Selbstwahrnehmung

 

Eigentlich ist es die natürlichste Sache der Welt, sich selbst bewusst zu spüren. Doch stehen wir unter Stress sinken unsere Schmerztoleranz und unsere Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung.

Zugleich funktioniert unsere Anpassungsfähigkeit auf Stress so gut, dass wir uns an Stress und einen erhöhten Erregungszustand gewöhnen. D
aran, dass wir nachts schlecht schlafen, dass Gedanken permanent in unserem Kopf kreisen, dass wir körperlich verspannt sind, von Migräne und Kopfschmerzen geplagt werden oder bei Kleinigkeiten überreagieren.

 

Rechtzeitig wahrnehmen, wie es uns geht, wann die Anspannung uns zu viel wird und wann wir entsprechend reagieren sollten - dies ist eine Grundvoraussetzung, um unter Stress gesund und leistungsfähig zu bleiben. Trainieren Sie dafür Ihre wichtigste Ressource, Ihre Aufmerksamkeit und Selbstwahrnehmung, mit Yoga und Achtsamkeitstraining.

 


 

3. Auf die Haltung kommt es an

 

Stressforscher haben herausgefunden, dass es vor allem unsere innere Haltung ist, die darüber entscheidet, wie wir Stress erleben und ob Stress uns schadet oder nicht. Eine konstruktive und bejahende Lebenshaltung - dieses Merkmal zeichnet Menschen aus, die über resiliente Fähigkeiten verfügen.

 

Dazu gibt es eine Vielzahl an Untersuchungen und Studien1, die Persönlichkeitsmerkmale und Kompetenzen resilienter Menschen deutlich machen, wie beispielsweise diese:

 

  • Resiliente Menschen sind engagierte Menschen. Sie beteiligen sich aktiv am Geschehen anstatt sich zurückzuziehen – egal wie anstrengend das manchmal auch sein mag.

  • Resiliente Menschen geben nicht sofort auf, sobald sie mit Stress konfrontiert werden. Sie glauben an sich und vertrauen ihren Fähigkeiten, die Stresssituation gut bewältigen zu können.

  • 'Yes, we can!' Resiliente Menschen nehmen Herausforderungen an und wollen diese meistern. Sie verfügen über die Einstellung, dass Stress und Belastungen im Leben dazugehören, dass man auch mal schlechte Erfahrungen machen muss und dass man durch diese Wachstum, Weisheit und Erfüllung erlangt.

Resilienz ist unverzichtbar im Umgang mit Stress. Und die gute Nachricht ist, Resilienz ist erlernbar. Selbst wenn ein wichtiger Grundstein in unserer Kindheit gelegt wird, können wir die eigene Resilienz ein Leben lang stärken und verbessern und somit ganz entscheidend auf den Stress in unserem Leben einwirken.

 

 

Quelle:

1 Maddi, S. R., Khoshaba, D.M., Harvey, R.H., Fazel, M., Resurreccion, N. (2011) The personality construct of hardiness, V: Relationships with the construction of existential meaning in life. Journal of Humanistic Psychology 51 (3), 369-388