Was stresst Sie?

 

 

Wenn Stress uns fest im Griff hat und alles uns zu viel wird, braucht es als allererstes ein An- und Innehalten und zur Ruhe kommen. Stellen Sie sich ganz ehrlich die Frage:

'Was stresst mich gerade?'

 

Manchmal wissen wir sofort, was uns überfordert. Wenn wir zu viele Überstunden gemacht haben oder ein Termin den anderen jagt. Wenn es extreme Belastungen im Privatleben gibt, jemand aus der Familie schwer krank wird, Angehörige plötzlich zum Pflegefall werden oder andere Schicksalsschläge uns ereilen.

 

Doch nicht immer gibt es nur eine Ursache, oftmals ist Stress ein schleichender Prozess, an dem wir selbst nicht ganz unbeteiligt sind. Stress potenziert sich, indem wir uns selbst zu viel abverlangen, im Job immer 100% geben wollen und auch ansonsten übermäßig perfektionistisch sind. Indem wir mit der Vorstellung leben, die Dinge müssten immer auf eine bestimmte Weise ablaufen oder wir es den Anderen zu oft Recht machen wollen. Oder wenn wir auch nach der Arbeit und am Wochenende noch nach einem vollen Terminplan getaktet sind und Zeiten der Ruhe und Regeneration nur wenig oder gar keinen festen Platz in unserem Leben haben.

 

Kein Wunder, wenn uns dann alles zu viel wird. Mit der folgenden Übung können Sie sich Klarheit verschaffen, herausfinden, was Sie aktuell überfordert und erste Veränderungen vornehmen.

1. Verschaffen Sie sich Klarheit

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, ein Blatt Papier und einen Stift und schreiben Sie auf, was in Ihnen gerade alles Stress erzeugt. Dabei sollten Sie sowohl äußere Faktoren als auch Ihren eigenen Anteil, wie überhöhte Ansprüche oder übermäßigen Perfektionsdrang mitberücksichtigen.

 

Schreiben Sie nun daneben, was diese Stressfaktoren in Ihnen auslösen, also alle Gedanken, Gefühle und körperlichen Empfindungen, die Sie wahrnehmen können. Achtung: Es macht einen Unterschied, ob wir Gefühle zulassen, sie ruhig und wertfrei beobachten, oder uns von ihnen überwältigen lassen.

 

2. Schaffen Sie sich Freiräume
Als nächstes überlegen Sie sich, wo Sie sich Freiräume verschaffen können.
Welche unwichtigen Termine können Sie einfach streichen? Welche Aufgaben können Sie abgegeben? Wer könnte Sie unterstützen? Gibt es etwas, wozu Sie 'Nein' sagen sollten oder können?

 

Wenn es im Berufsleben stressig ist, sollten wir uns im Privatleben Freiräume schaffen: Vielleicht können Sie die Verabredung am nächsten Tag verschieben und sich stattdessen einen gemütlichen Abend auf dem Sofa gönnen? Vielleicht muss eine geplante Umräumaktion doch nicht unbedingt sein und kann noch ein wenig warten?

 

3. Tun Sie sich etwas Gutes
Im 3. Schritt dürfen Sie wieder etwas hinzufügen, nämlich etwas, was Ihnen unmittelbar guttut, etwas was sie entspannt und regeneriert. Alltagsprobleme dürfen auch mal eine Zeit lang ruhen, bevor wir uns ihnen auf konstruktive Weise wieder zuwenden. Eine Tiefenentspannung, eine regenerierende Yogapraxis oder ein warmes Bad bei Kerzenschein, nach denen Sie anschließend früh schlafen gehen, können wahre Wunder bewirken und Sie am nächsten Tag wieder gestärkt Ihren Herausforderungen begegnen lassen.

 

Probieren Sie es aus!