Werden Sie bitte nicht krank

 

 

Die Dauer einer Stressbelastung, das Vorhandensein oder Fehlen ausgleichender Maßnahmen sowie unsere innere Haltung entscheiden darüber, ob Stress uns schaden und krank machen kann.

 

Ein gewisses Maß an Stress kann unser Körper leicht bewältigen. Kritisch wird es erst dann, wenn Stressreaktionen nicht die Ausnahme, sondern die Regels sind und wenn diese die Fähigkeit des Körper zur Selbstregulierung außer Kraft setzen. Denn der Körper ist nicht für eine Dauerspannung gemacht und der permanente Einfluss von Stresshormonen, hat dies gravierende Folgen für unsere körperliche und psychische Gesundheit.

 

Damit wir rechtzeitig erkennen, wann Stress für uns zur übermäßigen Belastung wird und wann wir 'einen Gang' herunter schalten sollten, verfügt unser Körper über ein ausgezeichnetes inneres Frühwarnsystem. Über dieses sendet er erste Warnsignale und weiß dabei weiß genau, was er braucht und was ihm gut tut. Eine Erkältung kann manchmal ein wahrer Segen sein, der uns für kurze Zeit die dringend benötigte Ruhe und Erholung schenkt. Solange es nur ein Schnupfen ist, ist alles im 'grünen Bereich'. Doch es gibt schwerere gesundheitliche Schäden, auf die der Körper uns schon frühzeitig hinweisen möchte. Diese Warnsignale sind:

 

Ruhelosigkeit, Gereiztheit, Ein- und Durchschlafprobleme
Stress wirkt sich aus auf unser Fühlen und Verhalten, stört die Selbstregulierung des Körpers und die Fähigkeit zu Entspannung. Wird bei Dauerstress der Zyklus des Schlafhormons Melatonin gestört, kommt es zu Ein- und Durchschlafproblemen und damit zu einer fehlenden Regeneration von Körper und Geist.

 

Nacken-, Rücken- und Gelenkschmerzen

Bei Stress wird der Körper in Alarmbereitschaft versetzt und alle Muskeln werden angespannt. Kommen wir nicht aus dem Stresszustand heraus, so bleiben die Muskeln angespannt, der Muskeltonus (Spannungszustand) steigt und ganze Muskelgruppen verhärten sich.


Ständige Gelüste nach Süßem
Stress fordert und verbraucht Energie. Unser Gehirn verursacht Gelüste und Heißhunger nach Süßem, da die Verbrennung von Zucker kurzfristig Energie liefert.

 

Sodbrennen und Magenschmerzen
sind Folge einer Übersäuerung, die durch permanenten Zeitdruck, Überforderung, Ärger und unterstützt durch eine ungesunde und saurebildende Ernährung gefördert wird. Unter Stress werden wir buchstäblich 'sauer'.

Verdauungsprobleme

können ebenfalls Ursache von zu viel Stress sein. Denn unter Stress werden alle Körperfunktionen gedrosselt, die nicht für Kampf-und-Flucht benötigt werden und dazu gehört die Tätigkeit unsere Verdauungsorgane. Bei Dauerstress können diese ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen.

 

Hoher Blutdruck

Stress erhöht den aktivierenden Teil des vegetativen Nervensystems, der Sympathikus. Dieser sorgt dafür, dass unser Herz, die Sauerstoffversorgung und Adrenalinproduktion auf Hochtouren arbeiten. Die Folge ist ein erhöhter Blutdruck. Gönnen wir uns keine oder zu wenig Entlastung in Form Entspannung, so sind Herzerkrankungen, Diabetes, Immunerkrankungen und psychosomatische Störungen vorprogrammiert.

 

Haut- und Pigmentstörungen

Pickel, Rötungen und Ausschläge sind oft ebenfalls Anzeichen für zu viel Stress. Hier ist das Stresshormon Kortisol und wieder der aktivierende Teil des vegetativen Nervensystems, der Sympathikus, verantwortlich. Auch hierbei brauchen wir mehr Ruhe und Entspannung.

 

Häufige Infekte und Allergien

Stress schwächt das Immunsystem, so dass wir leicht jeden Infekt mitnehmen oder uns weniger schnell erholen.

 

Vergesslichkeit

kann ein Anzeichen von zu viel Stress und Überlastung sein. Bei Stress schüttet der Körper Cortisol aus. Dieses Hormon ist in der Lage unseren Cortex, den Teil des Gehirns der für unsere Logisches Denken und unser Erinnerungsvermögen zuständig ist, bei Bedarf komplett abzuschalten. Denn in ‚echten‘ Gefahrensituation sollen wir nicht lange überlegen, sondern handeln.

 

Wenig Lust auf Zärtlichkeit und Sexualität

unter Stress wird die Ausschüttung von Stresshormonen die Produktion von Sexualhormonen eingestellt wird, denn diese brauchen wir nicht für Kampf oder Flucht.


Wenn wir das innere Frühwarnsystem übergehen

 

Der Körper sagt uns sehr genau, wann wir unsere Grenzen überschreiten. Und es liegt an uns selbst, die Alarmsignale des Körpers wahrzunehmen und mögliche Ursachen zu erkennen. Wird Stress übermäßig beginnt unser Körper regelrecht 'auszubrennen'. Der Begriff 'Burnout' beschreibt nicht nur ein psychisches Ausgebranntsein, sondern auch körperliche Prozesse. Dies betrifft beispielsweise Nebenierenrinde, eine kleine Hormondrüse, die für unsere Lebensenergie verantwortlich ist. Arbeitet die Nebenierenrinde unter Dauerstress auf Hochtouren, kommt es irgendwann zu einer Erschöpfung. Die Nebenierenrinde ist dann nicht mehr in der Lage, das lebenswichtige Hormon Kortisol in ausreichender Menge zu produzieren, so dass es zu einem Kortisolmangel kommt. Steht Kortisol nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung, können stressbedingte Entzündungsherde nicht mehr eingedämmt werden, was zu schweren und chronischen Krankheiten führt, wie Diabetes, Rheuma, Arthritis, Nerodermitis, Multiple Sklerose und allen Krankheiten, die mit Morbus beginnen.1

 

Unter Stress funktioniert nichts mehr so, wie es sollte. Was es frühzeitig braucht, ist im Alltag immer mal wieder einen Gang runter zu schalten und dem Körper Ausgleich zu schenken: regelmäßige Auszeiten für Ruhe und Entspannung über die der Körper seine Fähigkeit zur Selbstregulierung beibehalten  kann.

 

Erfahren Sie mehr zu den kurz- und langfristigen Strategien, mit denen Sie trotz Stress gesund, kraftvoll und lebensfroh bleiben.

 

 

 

Quelle:

1 Stress und Resilienz, So bewältigen Sie als Mitarbeiter Fehlbeanspruchungen und stärken Ihre Widerstandskraft', U.Nagel, M.Heinrich, Ecomed-Storck GmbH