Yoga ist Verbundenheit – mit allem, was jetzt gerade da ist.

 

Auch mit Emotionen von Trauer, Wut, Angst, Neid oder Eifersucht.

 

Denn auch diese Emotionen sind menschlich und in manchen Augenblicken unseres Lebens ein Teil von uns selbst.

Sie können wertvolle Wegweiser sein, dafür, wo es förderliche Veränderung in uns und in unserem Leben braucht.

 

Dennoch können diese Emotionen auch sehr viel Leid hervorrufen, in uns und in anderen, wenn wir uns von ihnen bestimmen lassen.

 

 

Und so besteht der Weg für einen gesunden Umgang
mit Gefühlen und Emotionen nicht darin, sie abzulehnen, zu verdrängen oder ungezügelt auszuleben - sondern mit ihnen auf eine gesunde und heilsame Weise umzugehen.

 

Im Yoga und übrigens auch im Buddhismus kultivieren wir dafür die heilsamen Herzensqualitäten,  die sogenannten Bhavanas: Güte und Freundlichkeit (maitri), Mitgefühl und Verständnis (karuna), Mitfreude und Begeisterung (mudita), Gelassenheit und Gleichmut (upeksa).

 

Die vier Bhavanas haben eine lange Tradition  und sind anwendbar auf alle Situationen im modernen Lebensalltag. Sie fördern Freude, schaffen inneren Frieden und stärken unser emotionales Gleichgewicht.

Mit ihnen rücken wir emotionsbeladene Situationen ins rechte Licht, entwickeln Verständnis und Einsicht in unser eigenes Fühlen und Handeln und in das der anderen.

 


In der Praxis - im Leben - würde dies wie folgt aussehen:

 

‚Sich freuen, wenn man Glück hat, mitfühlend sein, wenn man leidet.

Sich für alles Gute begeistern und das weniger Gute - mit Abstand und ruhiger Gelassenheit -  betrachten.

Sich freuen, wenn andere Glück haben, mitfühlend sein, wenn sie leiden.

Sich für ihre guten Seiten begeistern und ihre schlechten betrachten, ohne sie zu verurteilen.

Dadurch werden Fühlen und Denken klar und Hindernisse lassen sich überwinden.‘

Patanjali Yoga Sutra, R. Shiram

 

In den nächsten Stunden möchte ich dir exemplarisch zeigen, wie du die deine Herzqualitäten kultivieren kannst. Und auch was dabei zu beachten ist.

Denn Güte, Mitgefühl, Mitfreude und Gelassenheit zu entwickeln bedeutet nicht, sich selbst aufzugeben. Es schließt nicht aus, gesunde Grenzen zu setzen, da wo es erforderlich ist, beispielsweise wenn die Achtung und der Respekt vor uns selbst überschritten werden, wenn unserer Würde verletzt wird oder wir unsere Kraft verlieren.

 

Haltung sich selbst gegenüber einzunehmen,

 

 

Mit herzlicher Verbundenheit
deine Heike Razaq