Verbundenheit

 

'Sich verbunden zu fühlen, sich gewahr zu werden was ist, ohne etwas auszuschließen, abzulehnen oder zu unterdrücken, dies ist der Kern des Yoga und die Essenz.' Dr. Shrikrishna 1

 

Unsere moderne Lebensweise führt uns immer weiter weg von Einfachheit, Natürlichkeit, Leichtigkeit und Klarheit - und damit auch weg von uns selbst.

 

Je mehr Stress und Hektik wir ausgesetzt sind, umso weniger nehmen wir uns selbst bewusst wahr. Je mehr Termine und Pflichten uns bestimmen, umso schwieriger wird es, unsere Bedürfnisse zu achten. Je mehr äußere Reize und multimediale Ablenkungen unsere Aufmerksamkeit in ihren Bann ziehen, umso mehr 'verlieren' wir uns in der Welt.

 

Und es kann sein, dass wir uns in Folge dessen leer, erschöpft oder ruhelos fühlen oder krank werden, dass wir das Gefühl haben, dass uns etwas Entscheidendes im Leben fehlt und wir uns deshalb noch mehr in äußere Ablenkungen, Ersatzbefriedigungen oder Beziehungen stürzen oder in Abhängigkeiten verweilen. Das, was uns in der heutigen Zeit fehlt, ist das Gefühl einer tieferen und sinnlichen Verbundenheit mit uns selbst und mit allem, was uns umgibt.

 

Aus diesem Grund beginnen wir eine jede Yogastunde damit, mit all unseren Sinnen in unserem Körper und auf der Yogamatte anzukommen: wir nehmen uns selbst im Hier und Jetzt wahr, wie der Körper sich anfühlt, wie der Atem fließt, welche Gedanken uns beschäftigen, wie unsere innere Stimmung ist und in welchen erlebten Situationen wir vielleicht noch feststecken. Um anschließend über die Praxis von Yoga Körper, Geist und Seele wieder zusammen zu führen und zu einer harmonischen Einheit werden zu lassen.

 


Verbundenheit schafft positive Veränderungen

 

Die harmonische Verbundenheit von Körper, Geist und Seele fördet unsere Gesundheit und schenkt uns Entspannung und Frieden, sowohl für uns selbst als auch für ein harmonisches Miteinander. An dieser Stelle möchte ich Ihnen die Worte von Swami Satyananda 2 reichen:


'Die inneren Spannungen des Menschen liegen den kollektiven psychischen Spannungen zugrunde und sind der Ausgangspunkt für unglückliches Familienleben, für Chaos und Unordnung im gesellschaftlichen Leben, für Aggression und Kriege zwischen den Nationen.

 

Religionen waren nicht in der Lage, den Menschen inneren Frieden zu bringen. Gesetze, Polizei, Armeen und Regierungen schafften es auch nicht, ein friedliches Zusammenleben unter den Menschen zu gewährleisten.

 

In allen yogischen Texten wird ganz klar gesagt, dass Frieden nur innen und nicht außen zu finden ist. Um eine friedliche Welt zu schaffen, müssen wir deshalb zuerst lernen, uns zu entspannen, Körper und Seele in Harmonie zu bringen.'

 

Die Praxis von Yoga lässt uns auf einfache und natürliche Weise erkennen und fühlen was wirklich ist: wie alles in uns miteinander verbunden ist - der Körper, der Atem, unsere Gedanken und Gefühle. Und wie wir mit allem verbunden sind - mit uns selbst, mit der Art und Weise, wie wir im Alltag leben, mit anderen und der Welt um uns herum.

 
In herzlicher Verbundenheit,
Ihre Heike Razaq

 

 

Quellen:
1
aus Anna Tökes, 'Die sieben Schätze des Yoga', GU Verlag

2 aus Swami Satyananda, 'Yiga Nidra' Seedruck GmbH