Alles rosa? Oder doch besser in Balance!

Positive Gefühle sie wirken beflügelnd und haben im Yoga einen hohen Stellenwert. Fördern wir gute Gefühle und eine positive Lebenseinstellung, hebt dies unsere innere Stimmung, hilft uns leichter mit Stress und Belastungen umzugehen und lässt uns kreativer und mit heitere Gelassenheit leben. Hör dir dazu gern auch meinen Podcast  Mit Freude & Leichtigkeit zu mehr Gelassenheit an.

 

Wozu diese Praxis jedoch nicht führen sollte, ist negative Gefühle abzulehnen, zu verdrängen oder sie mit 'Licht & Liebe' zu be(s)täuben.

 

Denn auch negative Gefühle haben einen Sinn sie sind ein wichtiges Element unserer inneren Stimme.


Negative Gefühle sind ein Teil unserer inneren Stimme

Gefühle zulassen, sie annehmen und verstehen  dies ist ein natürlicher, reinigender und heilsamer Prozess für Körper, Geist und Seele. Du kannst nicht ehrlicher zu dir selbst sein, als wenn du deine Gefühle mit alle ihren Facetten annimmst, als einen Teil von dir. Für unsere seelische Balance braucht es dieses 'in Beziehung treten' mit uns und unseren Gefühlen. Darüber kümmern wir uns liebevoll um unseren 'Seelengarten', sodass dieser in seiner ganzen Pracht 'erblühen' kann.

So wie Freude und Glück gehören jedoch auch Traurigkeit und Schmerz zu unserer menschlichen Erfahrung dazu. Eine angemessene Negativität kann uns zu erden, denn ohne sie würden wir die Verbindung zur Realität, unsere Authentizität und den Kontakt zu unserer inneren Stimme verlieren. Wenn du auf deine negativen Gefühle achtest, teilen diese dir mit, wohin du deine Lebensenergie (vielleicht zu sehr) lenkst und welchen Kurswechsel du für dich vornehmen darfst.

 

Bei einem solchen Kurswechel kannst du dich von drei Fragen leiten lassen:

  • Fühlt es sich leicht an?
  • Macht es dir Freude?
  • Dient es dem Wohlergehen anderer?

Und WIE darf dein Denken und Handeln sein, dass du diese Fragen mit 'JA' beantworten kannst?

 

Wenn du mehr auf deine Gefühle achtest, bist du dir selbst nahe und beginnst die lohnenswerteste Beziehung überhaupt: eine Herzensbeziehung mit dir selbst, über die du dich nie wieder einsam, ungenügend und mangelhaft fühlen wirst. Um eine solche Herzensbeziehung eingehen zu können, darfst du deine Gefühle zulassen, sie annehmen und verstehen aber auch lernen, sie zu regulieren.

No Drama, Baby

Wenn negative Gefühle und Unruhe überhandnehmen, 'vernebelt' dies deine Sicht und Klarheit und du schädigst vor allem dich selbst deine körperliche und seelische Gesundheit und darüberhinaus deine sozialen Beziehungen.

 

Wer sich im Alltag immer wieder über andere Menschen oder alltägliche Nichtigkeiten aufregt, Stress darüber abbaut, dass er regelmäßig 'Dampf ablässt' und dazu tendiert, in Dramen zu versinken oder sich leicht in die Dramen anderer hineinziehen lässt, fördert damit seine Negativität und zieht noch mehr Negativität an.

An dieser Stelle kann Yoga dir wertvolle Hilfestellung sein, denn Yoga verhilft dir nicht nur zu mehr körperlichem Wohlbefinden, sondern auch dazu, deine Gedanken und Gefühle leichter regulieren zu können und in eine gesunde Balance zu finden. Wenn du bereits Yogaerfahrungen hast, möchte ich dir hier einige Impulse reichen:

In Balance kommen

Angestaute Gefühle kannst du leichter und auf natürliche Weise loslassen über Bewegung, sanftes Streckem und Dehnen, tiefes Atmen oder indem du so lange in bestimmten Körperhaltungen verweilst, bis deine Muskeln sanft vibrieren und bewusst zittern (vorausgesetzt, deine Gelenke erlauben dies). Über dieses sogenannte 'neurogene Zittern' kannst du Stress 'abschütteln' und tiefgehende und gespeicherte Blockaden lösen. Solltest du traumatische Erfahrungen erlebt haben, informiere dich bitte vorher über diese Praxis bei mir oder über den unten stehenden Quellenverweis.

 

Um dich weniger in negativen und grübelnden Gedankenkreisen zu verstricken oder bewusst aus ihnen auszusteigen, lerne deine Aufmerksamkeit zu lenken. Sei mit Freude und Hingabe bei dem, was du tust, dann ist es eigentlich schon fast egal, was du tust! Nichts anderes geschieht in einer Yogastunde – sei es durch Körperübungen, Atemübungen oder Meditation. Mach dir deine Aufmerksamkeit zum Freund, beispielsweise darüber, dass du einen Bewegungsflow übst, tief atmest und langsam deinen Atem zählst, über Dankbarkeit meditierst oder deine Wohnung putzt. Ganz wichtig: Wenn deine Gedanken wiederkehren, kämpfe nicht dagegen an. Nimm den Druck raus  – wie das geht, zeige ich dir in meinem Meditationsprogramm.

 

Wenn du dir selbst oder anderen Vorwürfe machst oder alte Beziehungen nicht loslassen kannst, gibt es im Yoga Meditationen, über die du lernst, zu vergeben und Frieden zu schließen mit dir selbst und mit anderen. Was immer es ist, was irgendwann einmal zwischen dir und einer anderen Personen geschehen ist und noch immer zwischen euch steht, es erzeugt negative Gefühle, die dir deine Lebensenergie rauben. Kannst du einem anderen Menschen vergeben, kannst du für dich Ruhe und Frieden finden und deine Energie wieder freisetzen.

 

Wenn du dich über andere Menschen ärgerst, nimm zunächst deine Gefühle an. Doch bring dich anschließend mit Hilfe von Yoga wieder zur Ruhe, weite deinen Geist und dein Herz und nimm eine breitere Perspektive ein, über die du dich in die Situation und die Erfahrung des anderen hineinversetzen kannst. Auf diese Weise kannst du leichter nachvollziehen, wieso ein anderer Mensch sich so oder so verhält. Ohne, dass du sein Verhalten gut finden musst, kannst du es weniger persönlich nehmen und machst seine Gefühle nicht zu deinen!

 

Bei Ängsten empfehle ich dir: Komm in Bewegung! Dafür kannst du eine Übungspraxis wählen, die dich körperlich in angemessener Weise fordert und die Energie anregende Atemtechniken, wie beispielweise die Technik von Bhastrika, integriert. Meditation ist bei akuten Ängsten weniger geeignet, kann aber langfristig dazu führen, dass du besser mit deinen Ängsten umgehen kannst. Alle Körper- und Atemübungen, die deinen Brustkorb und deinen Geist weiten, unterstützen dich dabei, dich für positive Gefühle zu öffnen und wieder Zuversicht und Freude zu erfahren.

 

Wenn du vollkommen erschöpft bist und gleichzeitig nicht zur Ruhe kommst, brauchst du eine sanfte und stark regenerierende Yogapraxis. Indem du Körper und Atem über sanfte Bewegungen verbindest, kann dein Geist leichter in die Ruhe finden. Atemübungen, Yin Yoga und eine sich anschließende Tiefenentspannung schenken deinem Nervensystem die Regeneration, die es braucht und verleihen deinem Körper-Geist-System neue Energie.

 

Unser Alltag ist, selbst wenn wir Yoga üben, keineswegs immer nur 'rosa'. Wir leben nicht in einer 'Blase', sondern sind mit allem, was um uns herum geschieht, verbunden. Neben Schönem erfahren wir auch Leidvolles und erleben trotz aller Achtsamkeit auch Ärger oder Stress. Doch mit einer guten seelischen Balance haben wir mehr Einfluss auf uns selbst und 'schwingen' anders, sodass es sich sogar in herausfordernden Zeiten vorwiegend 'rosa' in uns anfühlen darf.

 

Solltest du Unterstützung wünschen, kontaktiere mich gern über mein Kontaktformular.


Quellen:

Barbara Fredrickson „Die Macht der guten Gefühle. Wie eine positive Haltung Ihr Leben dauerhaft verändert“, Campus-Verlag

Anna Tröckes "Yoga der Verbundenheit. Die Kraft des Herzens wahrnehmen und entfalten", O.W. Barth Verlag

Hildegard Nibel, Kathrin Fischer Neurogenes Zittern. Stress & Spannungen lösen.“, Trias Verlag