April 2026
Heute tauchen wir ein in ein Thema, das immer mehr Menschen betrifft: innere Unruhe und Schlafstörungen. Wir beleuchten mögliche Ursachen – und schauen auf das, was Dich am Abend leichter zu Ruhe zu kommen und erholsamer schlafen lässt.
Kennst Du das: Du kommst nach einem Tag voller Aktivität und vielen Eindrücken nur schwer zur Ruhe oder wachst nachts häufig auf? Der Grund dafür kann die zu hohe Aktivierung, die Übererregung in Deinem autonomen Nervensystem (ANS) sein. Wenn Du den ganzen Tag pausenlos unterwegs warst und viel erlebt hast, kann Dein System nicht so leicht runterfahren. Dies ist vergleichbar mit einem Auto, das schnell unterwegs ist. Nimmst Du den Fuß vom Gas, rollt es noch eine ganze Weile weiter.
Was an dieser Stelle helfen kann, ist eine sanfte Regulierung, bei der Du Deinem Nervensystem eindeutige Signale gibst. Signale, die Deinem Nervensystem Sicherheit und Verbundenheit vermitteln und über die es langsam 'umschalten' kann – von Aktivierung hin zu mehr innerer Stabilität und Ruhe. Solche Signale können langsames Atem sein, das bewusste Wahrnehmen, Spüren oder auch Berühren Deines Körpers, der Wechsel von körperlicher Anspannung und Entspannung und das Finden eines inneren Rhythmus, der Dich angenehm entschleunigt und zur Ruhe kommen lässt.
Nicht nur ein zu viel an Stress und Hektik können Deinen inneres Gleichgewicht auf Dauer stören, sondern auch zu wenig an gesunder Aktivierung. Wie heißt es im Yoga: In der Mitte liegt die Kraft – und damit gemeint ist ein gesundes Gleichgewicht aus Anspannung und Entspannung.
Wenn Du Dir tagsüber etwas Zeit nimmst für Bewegung, Atmung und bewusste Entspannung förderst Du darüber einen gesunden inneren Rhythmus. Nach einiger Zeit kannst Du vielleicht mehr Energie spüren, eine Verbesserung Deiner inneren Ausgeglichenheit und Stimmung – oder, dass Du am Abend leichter zur Ruhe findest.
Eine dritte, in unserer modernen Welt weit verbreitete Ursache für innere Unruhe und Schlafprobleme sind zu viele unverarbeitete Eindrücke, wie Reize, Erlebnisse, Gedanken und Emotionen. Was im Alltag vieler Menschen fehlt und durch zu viel oder zu wenig innerer Aktivierung auch oft verhindert werden kann, ist die Möglichkeit, sich innerlich zu ordnen und Erlebtes bewusst zu integrieren. Wenn das nicht passiert, bleibt unser System innerlich 'in Bewegung'. Vielleicht könnte man sagen: Dein Körper wünscht sich Ruhe, doch Dein Geist ist aktiv, weil Deine Seele Dir noch etwas mitteilen möchte.
Natürlich gibt es noch weitere Ursachen und Einflüsse, die unseren Schlaf stören können: späte, schwer verdauliche Mahlzeiten, Kaffee oder Alkohol, schlecht belüftete Räume, zu kalte oder warme Temperaturen, zu viel Licht (Blaulicht), unregelmäßige Schlafenszeiten oder körperliche Schmerzen.
Neben all dem, was Dir bewusst werden darf, möchte Disziplin die Erinnerung sein, gut für Dich zu sorgen. Selbstbestimmt zu leben. Nicht mit Druck und Härte, sondern als innere Entscheidung für das, was Dir guttut. Für das, was Dich im Alltag trägt – und Dich ruhig, stabil und lebendig fühlen lässt.
Herzlichst, Heike Razaq