September 2026
In den vergangenen Jahren habe ich viel zum Thema Resilienz, Ressourcenstärkung und Achtsamkeit gearbeitet. Mich hat schon immer die Frage bewegt, wie wir Menschen mit den Herausforderungen des Lebens gut umgehen können – und was uns innerlich trägt.
Mit der Zeit ist mir jedoch etwas aufgefallen.
Viele der ursprünglich hilfreichen Ansätze scheinen heute zu einer neuen Erwartung geworden zu sein. Plötzlich entsteht der Eindruck, wir müssten ständig an uns arbeiten. Gelassener werden. Immer dankbar sein – oder noch resilienter werden.
Und manchmal wird sogar die eigene Entwicklung zu einer neuen Form von Leistungsdruck.
Je länger ich Menschen begleite, desto klarer wird mir: Ich glaube nicht, dass wir ständig an uns arbeiten müssen.
Ich glaube, wir brauchen vor allem Räume, in denen wir aufhören können, gegen uns selbst zu arbeiten. Räume, in denen wir nichts leisten müssen und in denen wir uns ehrlich begegnen dürfen.
Veränderung beginnt für mich nicht mit dem Wunsch, ein anderer oder besserer Mensch zu werden. Die beginnt mit Präsenz. Mit dem Mut, wahrzunehmen, was gerade da ist. Und mit der Bereitschaft, sich selbst freundlich und ehrlich zu begegnen.
Meiner Erfahrung nach ist diese Haltung ist etwas anderes als Selbstoptimierung. Sie lädt ein zu mehr Selbstannahme. Sie fördert mehr Vertrauen und eröffnet mehr innere Freiheit. Und die Erfahrung, dass wir uns nicht erst verändern müssen, um mit uns selbst in Frieden zu sein.
Genau das ist die Haltung, die meine Arbeit heute prägt.
Nicht die Frage: Wie werde ich besser? Sondern: Wie kann ich mir selbst so
begegnen, dass ich mich natürlich und im Einklang mit dem Leben entwickeln darf?
Der Jahreskreis möchte Dich begleiten und Dich einladen, Dir selbst neu zu begegnen – in der Beziehung zu Dir und zu dem, was in Dir wachsen möchte.
Herzlichst,
Heike Razaq